Die Pfarrkirche in der Mitte des Ortsteiles Wißgoldingen ist Johannes dem Täufer geweiht. Es ist ein merkwürdiger Bau, der vier Bauepochen symbolisiert: Die Turmuntergeschosse romanisch (um 1200), die Turmobergeschosse barock (1776), das heutige Bindeglied zwischen Turm und neuem Schiff aus der Renaissance (1615) und das neue Kirchenschiff im Nazarener Baustil (1919/1920).

Die neue Kirche (Nord-Süd), quer zur alten (Ost-West), mit 640 Sitzplätzen, 30,25 m Länge und 14,50 m Breite wurde von Regierungsbaumeister Th. Bulling und dem in Schwäbisch Gmünd geborenen Architekten Hans Herkommer geplant und gefertigt. Eine mächtige Holztonne wölbt sich über den Balken, die von zwölf starken Pfeilern getragen werden. Das Tonnengewölbe besitzt einen großartigen Abschluss; es ist ein vierteiliges Fenster, von A. Figel entworfen und von Zettler (1920) angefertigt. Das Fenster wurde von Bischof Paul Wilhelm von Keppler, der am 4. November 1920 die Kirche weihte, zusammen mit dem Hochaltar gestiftet. Der Bilderstreifen des Chorfensters beginnt links mit der Verheißung durch den Erzengel Gabriel an den Greisen Zacharias, dann folgen der kleine Johannes mit seiner Mutter Elisabeth und Maria mit dem Jesuskind, in der Mitte ist die Taufe Jesu am Jordan, rechts daneben ist der fellbekleidete Johannes als Prediger und Täufer dargestellt und rechts anschließend erhält Salome das Haupt des Täufers überreicht. Der Hochaltar unter dem Chorfenster zeigt die Stationen des schmerzhaften Rosenkranzes. Über den, nach dem 2. Vatikanischen Konzil ins Zentrum des Chorraumes gesetzten, neuen Altar sind strahlenförmig die 7 Sakramente am Deckengewölbe sichtbar. Der 1980/81 aufgestellte Steinaltar ist dem Hl. Antonius geweiht und im Sepulcrum ruhen Reliquien des Hl. Amandus, Apostel Belgiens und Bischof von Maastricht (7. Jahrh.), und der Hl. Blanda, verfolgt und gemartert im 2. Jahrhundert. Die Seitenaltäre sind Maria und Josef geweiht. Die genannten sind in Freskomalerei der Zeit um 1920 dargestellt. In Nischen stehen auf dem Marienaltar die Statuetten der Heiligen Agnes, Monika, Katharina und Barbara.  Auf dem Josefsaltar stehen die Heiligen Judas Thaddäus, Augustinus, Aloisius und Bernhard.

Am Triumphbogen des Chors zeigen die Malereien das Lamm Gottes, umgeben von Himmlischer Engelsmusik; weiter unten folgen hohe kirchliche Würdenträger sowie ein Bauer mit Sense auf dem Feld samt seiner Familie (von A. Dasser 1938). Über den Kapitellen der zwölf Pfeiler sind am Balken die Kopfbildnisse der Apostel gemalt. Eine Kreuzigungsgruppe (Mitte 17. Jahrh) und die Kreuzwegstationsbilder schmücken die Wände. Neben der Orgel hängen Bilder älterer Herkunft. Links hängt ein Anbetungsgemälde, wahrscheinlich eine barocke Kopie eines Gemäldes von Paolo Veronese Anfang 18. Jahrhundert und rechts hängt ein Kreuzigungsgemälde, flämisch beeinflusst (A.V.DYK), aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

1980/81 wurde die Pfarrkirche durch Architekt Werner Kurz außen und innen renoviert. Dabei sind besonders  die Altarrestaurierung zusammen mit dem Chorfenster durch Restaurator Bader gelungen. Auch wurde hinten eine neue Empore eingebaut. Am 21. November 1981 fanden die Benediktion der Pfarrkirche und die Altarweihe durch Bischof Dr. Georg Moser statt. 1983 konnte auf der eingebauten Empore auch eine neue Orgel durch Prälat Bernhard Rieger († 2013), ein gebürtiger Wißgoldinger und Weihbischof unserer Diözese, eingeweiht werden. Die Restaurierung war von Pfarrer Alois Hauke († 1978) in die Wege geleitet und von Geistl. Rat Pfarrer Karl Vogt († 2003) ausgeführt worden.

Das Glockengeläut ist vierstimmig. Die dem Hl. Josef geweihte Josefsglocke (241 kg), die Johannesglocke (388 kg), die der Muttergottes geweihte 11-Glocke (542 kg) und die der Hl. Dreifaltigkeit geweihte 12-Glocke (908 kg) erschallen zur Ehre und Ruhme Gottes. Ganz oben im Turm läutet das Sterbeglöcklein.